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Erfahrungen & Bewertungen zu Lebenskonzepte Köln

Message in der Message

kann oft das Startsignale für eine heftige Auseinandersetzung innerhalb der Familie sein. Sie führt zu größten Verwirrungen.

Streiten sei etwas völlig Normales und würde zur Verbesserung des Klimas innerhalb der Partnerschaften beitragen, wird häufig erzählt. Was steckt hinter dieser Aussage? Stimmt es, dass das Kommunizieren in Partnerschaften ohne Stress und Streit eine Ehekrise nicht begünstigen würde?

 

Ich beobachte seit vielen Jahren Paare in ihren Beziehungen und analysiere die Missverständnisse, die über Stimme (Sprache) der Gesprächspartner, aber auch deren persönliches Verhalten, geht. Auffallend ist, dass viele Gespräche in missverstandenen Situationen enden. Gestik, Mimik, die Körperhaltung und nicht zuletzt auch die verbale sowie die paraverbale Kommunikation können dazu beitragen positive Inhalte dem Empfänger missverständlich darzulegen. Das Ergebnis kann ein Streit, eine Krise aber auch die Trennung sein. Das Missverständnis entsteht oft nicht aus dem direkt Gesagten, sondern kann durch eine aggressive Körpersprache bewusst oder unbewusst ausgelöst oder zumindest untermalt werden. Ein Beispiel: Im Streitgeschehen stellt sich der Partner breitbeinig der Partnerin in den Weg. Die Mimik ist zornig, die Fäuste sind geballt. Die nonverbalen Informationen des Partners wirken einschüchternd und kompromisslos. Ein gemeinsames lösen der Problematik erscheint schier aussichtlos zu sein. Die nonverbale Information kann auch als Drohung verstanden werden.

Eine Ehekrise kann die Folge sein,

speziell wenn die Unterschiede in der nonverbalen Sprache so divergent sind. Ein weiterer Unterschied kann die verbale Sprache des Paares sein. Ich beschreibe diesen Umstand gerne als Message in der Message. Auch hier ein Beispiel: Mit dem was in der Beziehung gesagt wird, ist eine zweite Information verknüpft. Oft ist die zweite Information kaum hörbar. Das führt zu großen Missverständnissen des Paares. Mindestens einer der beiden fühlt sich in den Gesprächen nicht verstanden. Persönliche Erfahrungen ermutigen vielleicht im Gespräch die paraverbalen Inhalte den verbalen Inhalten anzuheften. Ich habe vielleicht schon früh gelernt, dass es vernünftig und völlig legitim ist, wenn ich meinen Ausführungen in den gesagten Sätzen weitere Informationen beifüge. Quasi zwischen den Zeilen oder durch die Blume ausgedrückt etwas dem Gegenüber mitzuteilen.

Dass das zu Missverständnissen führen könnte

ist mir vielleicht völlig fremd. Möglicherweise wurde bereits in meiner Kindheit viel über diese Formen in der Familie gesprochen. Meine Eltern, meine Geschwister und vielleicht auch ich, wussten sehr genau, dass versteckte Informationen ihre Bedeutung haben und dass es gilt, diese zu erkennen und umzusetzen. Schließlich war es völlig normal auf diese Botschaften zu achten und sie allesamt auch zu befolgen. Klienten berichten aus ihrer Kindheit zu Beispiel. „Meine Mutter hatte so einen Blick, dann wussten wir automatisch, jetzt ist genug, es war dann besser sich unsichtbar zu machen.“

In der Schule wurden viele unsichere Kinder durch das Lehrerecho,

die Antwort des Kindes wird (auch wenn diese korrekt war) vom Lehrer nochmals um unmissverständlicher Art und Weise der Klasse wiederholt. Das Kind erfuhr dabei, dass es zwar die Antwort gewusst hat, sich vielleicht unter Aufbringung allen Mutes gemeldet hat und unter Schamesröte die Lösung präsentiert hat. Dennoch war die vorgetragene Lösung nicht einwandfrei, sondern musste durch den Lehrer in klar und unmissverständlich  Weise vorgetragen werden. Das Lehrerecho gibt es heute praktisch nicht mehr an den Grundschulen und wird in der Ausbildung der Lehrer strikt untersagt. Alternativ wird das Kind ermutigt, die richtige Antwort nochmals lauter vorzutragen, da vielleicht nicht alle im Raum es sofort verstanden haben.

Was bringt dieser Vergleich uns nun in Bezug auf das Streitgeschehen innerhalb der Familie oder über Beziehung?

Vielleicht haben Sie in Ihrer Kindheit erlebt, dass das was sie sagen im Großen und Ganzen richtig ist und dennoch bedarf es einer gewissen Korrektur durch den Partner, damit es ausgesprochen und unter die Leute gebracht werden kann. Im Gespräch fällt mir auf, wenn bei meinen Klienten einer die Sätze des anderen vervollständigt oder wenn das Ausgesprochene nochmals umformuliert wird. Vielleicht in bester Absicht, da man bei der Kopie des Gesagten gewisse Korrekturen wie Grammatik, Wortwahl Symantik und ähnliches austauschen kann. Dann klingt der Satz halt besser…

Woher kommt dieses Verhalten, welches oft nicht böse gemeint ist und dennoch häufig zu großen Problemen führen kann?

Es liegt auf der Hand, das der Partner, welcher gerne korrigiert, es so in seiner Kindheit erlebt hat, Möglicherweise wurde er selbst korrigiert und findet es immer noch völlig in Ordnung oder aber er/sie haben es beobachtet, das weitere Familienmitglieder oder die Eltern untereinander sich ständig korrigiert haben. Message in der Message bedeutet hier: nicht das Gesagte ist von größter Bedeutung, sondern die Korrektur desselben hat die größere Bedeutung und der Umstand, dass einer es sich herausnehmen darf, sein Gegenüber korrigieren zu dürfen ist von entscheidender Bedeutung. Im Letzteren liegt auch ein aufgedecktes Machtgefälle zu Grunde, welches für großen Unmut, Wut und Zorn führen kann.

Was hat das mit der Paardynamik nun zu tun? Viele Unstimmigkeiten, Wutausbrüche, Unsachlichkeiten und ko-Erklärungen der Beziehung liegen oft in diesem Procedere.

Die Rettung liegt im schonungslosen aufdecken der Umstände. Meist ist hier die Arbeit eines außenstehenden Dritten von Nöten. Ein Paarberater / Paarberaterin ist geschult auf das genaue Hinhören und Hinschauen, in der Sitzung. Uns fällt es schnell auf, wenn die zuvor beschriebenen Gesprächsinhalte Anwendung finden. Behutsam weisen wir daraufhin, was im Gespräch, speziell in Gesprächen, die negative Gefühle beinhalten parallel „mitläuft“.

Getreu dem Wort von Watzlawick, „Man kann nicht, nicht kommunizieren“.

Auch hierzu ein Beispiel: Stellen sie sich vor, sie sitzen in der Straßenbahn und vor ihnen sitzt ein Jugendlicher. Da sie ihn vielleicht (unbeabsichtigt) mehrmals angesehen haben, fragt er sie gereizt: „ist was – hast du ein Problem mit mir Alter?“ Ihre nonverbale Kommunikation bestand darin, öfter als 1x ihn angeschaut zu haben. das reichte aus, um ihr Gegenüber in Wut zu versetzen. Er fühlte sich durch sie provoziert und nicht akzeptiert. Die Message in der Message ist hier eindeutig zu sehen. In dem was der Jugendliche Ihnen entgegen bringt liegt auch eine Message in der Message. Die „Du“ Form und die Bezeichnung „Alter“ nutzt er um ein gewisses Machtverhältnis klarzustellen. Er würde es nicht tun, wäre er sich nicht sicher, die Situation, würde sie nun eskalieren auch zu Händeln zu können. Er hätte auch sagen können, „Entschuldigung kennen wir uns vielleicht?“ Die Message in der Message ist nicht mehr spürbar. Ihre Reaktion ist eine völlig andere. Es kommt vielleicht ein Gespräch zustande.

Was lernen wir daraus? Schon im Talmud werden die Menschen angehalten auf das was sie sagen und andeuten zu achten:

  • Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
  • Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
  • Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
  • Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
  • Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

Wir sehen nun, wie wichtig es ist, neben dem eigentlichen Text, den wir Wort für Wort unserem Gegenüber entgegenbringen, auch auf die unterschwellige Bedeutung des Gesagten zu achten. Halt auch auf die Message in der Message zu achten. Vielleicht ist es besser, zukünftig auf die zweite Information im Gesagten zu verzichten und dafür ein neues Gespräch zu eröffnen.

Alle Sätze sollten klar und deutlich und möglichst nur eine Information beinhalten.

Korrekturen und Wiederholungen (Lehrerechos) sollten wir komplett vermeiden. Unsere Körpersprache sollte neutral sein und nichts Bedrohliches aussenden. In Gesprächen sollten wird uns darin üben, zu zuhören. Speziell wenn unser Partner / Partnerin über die eigenen negativen Gefühle, wie Trauer, Angst, Zorn, Wut, Scham, Leid, Unsicherheit etc. spricht, müssen wir bedingungslos zuhören! Kein Kommentar, keine Kritik, keine Verbesserungen vornehmen müssen und nicht sprachliche Fehler aufdecken! Einfach nur zuhören und verstehen lernen. Ernste Verständnisfragen sind erlaubt etwa wie, “ kannst du mir das nochmals erklären oder hast du ein Beispiel für mich?“

Die Lösung: Okay ich habe Dir gut zugehört

und hoffentlich auch alles verstanden, kannst du mir nun sagen, was du in Zukunft brauchst, um nicht mehr diese negativen Gefühle, in diesem von dir beschriebenen Bereich zu haben? So können wir gemeinsam die Dinge tun, die nötig sind, dass du nicht mehr unter diesen Gefühlen leidest und dass in Zukunft es sich besser für dich anfühlt. Ein Umstellungs-Prozess, der mit der Sprache anfing, der die körperlichen Signale veränderte, der Zuhören ermöglichte, der eine Gefühlsebene eröffnete und der auch Kritik in konstruktiver Weise ermöglichst, liegt nun vor uns.

Wertschätzung, Akzeptanz und Empathie sind wichtiger als Machthaberei, Einschüchterung, Rechthaberei.

Der amerikanische Psychotherapeut Carl Rogers forderte in seiner „Personenzentrierten Gesprächsführung“ die non direktive Kommunikation als wichtiges Basiselement. Wichtig ist es für die Therapeuten nicht dem Klienten die eigenen Lösungswege aufzudrängen, um das Problem zu analysieren und zu bearbeiten, sondern vielmehr im ersten Schritt zu zuhören „die Klienten wissen selbst, wo das Problem ist, wo ihnen der Schuh drückt und sie haben auch die Lösung für ihre Probleme! Vielleicht bedürfen sie die Hilfe der Therapeuten um an die (eigenen!) Lösungen zu gelangen.“

Die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg  (amerikanischer Psychotherapeut) entwickelte die GfK (Gewaltfreie Kommunikation) um es den Patienten zu ermöglichen ihre Bedürfnisse und das Vermeiden klar und unmissverständlich auszudrücken, ohne das Gegenüber zu aggressiven und unüberlegten Handlungen zu nötigen. Er entwickelter sinnbildlich die Sprachformen von Wolfssprache und Giraffensprache. Bildlich zog er sich bei seinen Vorträgen zwei Handpuppen (Wolf und Giraffe) über beide Hände und gab den Tieren, wie in einer Fabel, menschliche Sprache, Der Wolf war fordernd und direkt. Sprach in „Du“ Botschaften wie, du bist immer so gemein, du hast die Schuld an…, mit dir ist das Problem in unsere Beziehung gekommen, deine Eltern haben dich so erzogen und deshalb haben wir immer den Konflikt…

Die Giraffe übersetzte dann die Sprache des Wolfes ohne dabei den Inhalt zu verändern. Lediglich die „Du“ Botschaften wurden „Ich“ Formen übersetzt: ich fühle mich in der Situation so und so… Das habe ich anders verstanden… Meine Sozialisierung / meine Erziehung ist in einer bestimmten Form erfolgt.

„Ich höre etwas, was du nicht sagst“ ist der Buchtitel eines Ratgebers für Paare. Die Autoren Susann PásztorKlaus-Dieter Gens haben die Gewaltfreie Kommunikation, nach Marshall B. Rosenberg genutzt, um fiktive Situationen im Alltag der Familien darzustellen. Schnell wird klar, dass der Buchtitel viele Menschen täglich begleitet und zu großen Verwirrungen führt.

Fazit: Wenn wir Aufmerksam, wach und achtsam uns durch unsere sozialen Systeme bewegen, stets bedacht sind unser Gegenüber zu verstehen und nicht nieder zu ringen, wenn wir mutig genug, sind hinter die Fassaden zuschauen und uns daran machen unsere Vermächtnisse aus vielen Generationen näher zu durchleuchten, werden wir ein neues besseren Miteinander entwickeln. Uns wird eine Sprache gelingen, die ohne Wut, Stress, Tränen auskommen. Ein Leben in dem nicht Entmachtung, Ohnmacht und Resignation herrschen und die uns schließlich vielleicht depressiv machen und körperliche Erkrankungen erleiden lassen.

Das Ziel ist in unserem gemeinsamen Leben einen Menschen an meiner Seite zu haben, dem ich in jeder Situation vertrauen kann. Der nicht nur mein/e erotische/r Liebhaber /Liebhaberin, die Mutter bzw. der Vater unserer Kinder sind, sondern auch mein bester Freund bzw. meine beste Freundin ist. In der heutigen Zeit, in der die Aufgaben geteilt werden, in der beide Personen arbeiten müssen, um die nötigen finanziellen Mittel für das familiäre Leben bereit zu stellen ist es von großer Bedeutung, das wir auch Freunde sind, die sich die Aufgaben teilen, die die Verantwortung für alles gemeinsam schultern und die in der Lage sind ihren Kindern leuchtende Vorbilder zu sein und eine Erziehung den Kleinen zu ermöglichen, die sie auf die Anforderung in der Zukunft gut vorbereitet.

Der allgemeine Umgangston, die Sprache innerhalb der Familie ist eine Mitgift, die von größter Bedeutung für unsere Söhne und Töchter sind. Wollten wir nicht alles besser machen, als unsere Eltern? Tatsächlich eifern wir oft den Fehlern unserer Generationen nach. Herrschte in den früheren Generationen Sprachlosigkeit oder ein harscher Ton am Tisch, so müssen wir das nicht in unseren Leben wiederholen. Zurück zu der Ausgangsfrage: Message in der Message – wie reagieren wir im Stress darauf, können wir heute sagen, es liegt an uns die Änderungen vorzunehmen, die nötig sind um eine bessere Lebensqualität zu erfahren. Es geht nicht darum, wer Schuld hat und wer nicht. Vielmehr gilt es gemeinsam herauszufinden, das die derzeitige Form des Zusammenlebens von Stress geplagt ist und das es mögliche Schalter gibt, die wenn sie umgelegt werden eine entscheidende Auswirkung auf das Zusammenleben und die empfundene Zufriedenheit und das Glücksgefühl jedes einzelnen haben.

Eine Paarberatung mit dem Fokus auf Kommunikation, die die verbale aber auch die nonverbale Formen berücksichtigt kann Ihnen helfen, aus der ewigen Spirale von Unverständnis, Machtgerangel, Unfreundlichkeit herauszufinden.

Gerne helfe ich Ihnen weiter. Bitte kontaktieren Sie mich.

Ich bin Georg Krause – zertifizierter Paarberater, Dozent für Kinder- Jugend-, und Familienberatung.