Erfahrungen & Bewertungen zu Lebenskonzepte Köln

Der „Liebesentzug“ ist (leider) eine häufige Form der kindlichen Erziehungsmaßnahmen. Auch wenn wir es nicht gerne zugeben, wir haben schon öfters unseren Kindern, im täglichen Zusammenleben die eine oder andere Zuwendung (wieder) entzogen

Natürlich in bester Absicht. Schließlich wollen wir doch das Beste für die Kleinen und dazu gehört auch eine Erziehung.

Was ist zu tun, wenn die Kleinen nicht gehorchen, nicht das tun, um das man sie bittet? Einfach ignorieren? Vielleicht eine Belohnung ausloben? Sanktionen ausrufen oder gar Strafen?

Das sind doch überholte und verpönte Erziehungsmaßnahmen?

Etwas netter ist doch da die Aussicht, dass der versprochene Ausflug am Wochenende nicht stattfinden wird, wenn das Zimmer nicht aufgeräumt wird. Oder das Fernseh-Verbot, dass greift, wenn die Hausaufgaben nicht rechtzeitig fertig gestellt werden. Usw.

In jedem Fall wird eine versprochene Ressource nicht oder nur teilweise zur Verfügung gestellt. Kinder antworten darauf häufig mit: „du bist so gemein“. Es stellt sich richtiggehend Wut und Enttäuschung ein. Wird zu häufig mit Liebesentzug gearbeitet, kann das Vertrauen auch stark gestört werden. Was nachhaltige negative Auswirkungen auf die gesamte Beziehungen haben könnten.

Als erwachsener Mensch kann ich plötzlich mit dem Phänomen „Liebesentzug“ wieder in Berührung kommen. Meine Partnerin / mein Partner setzt dieses Mittel ein, um eine definierte Reaktion von mir zu erhalten: Beispiel: Wenn du ein Streitgespräch mit mir führen möchtest, werde ich heute Abend nicht mit Dir ausgehen. Du hast die Wahl. Eine wirkliche Wahl habe ich dabei ja nicht. Ich entscheide, ob es ein schöner Abend wird, vielleicht habe ich mich auf einen schönen Kinofilm gefreut, dann muss ich aber auf die Klärung unseres Konfliktes verzichten. Noch drastischer wird mir der Liebesentzug häufig in der Sprechstunde beschrieben: „wenn ich nicht auf bestimmte Aktivitäten verzichte (z.B. Kneipenbesuch mit meinen Freunden), gibt es die nächsten Tage keinen Sex mehr.“ Ich beschreibe hier nur die persönliche Einschätzung von Klienten, ob der Zusammenhang wirklich so stimmt, kann ich nicht garantieren. Da aber das Muster [Verhalten +/- Sex] oft genannt wird, scheint etwas daran zu sein.

Vom goldenen Käfig wird häufig gesprochen. Ich bekomme alles, was ich mir wünsche, jedoch darf ich nicht bestimmte Dinge tun, Personen treffen, Hobbys frönen, Jobs ausüben, Ansichten mitteilen. Die „Leistung“ ist an bestimmte Handlungen oder deren Vermeidung geknüpft.  Die Ressource, hier Liebe wird entzogen oder reduziert, wenn das Verhalten nicht konform mit dem Partner ist, der glaubt diese Ressource verwalten zu dürfen.

Denn auch der Partner, der den Liebesentzug durchführt handelt oft nach einem Schema, das er/sie in der eigenen Kindheit kennen gelernt hat.

Schließlich führt der Liebesentzug (kurzfristig) zum Erfolg. Langfristig gesehen, kann die gesamte Beziehung in Schieflage geraten und schließlich daran zerbrechen. Oft wissen die Partner nicht, woran genau die Beziehung zerbrochen ist, denn schließlich liebe man sich doch und viele schöne Gemeinsamkeiten seien ja auch vorhanden. Liebesentzug ist ein schleichendes Gift, das für die Beziehung eine absolut toxische Wirkung zeigt.

Die eigenen Kinder werden natürlich auch wieder mit dem Instrument „Liebesentzug“ erzogen. Getreu dem Motto: „ich halte auch an schlechten Schemata fest, auch dann wenn sie uns nicht gut tun, da sie mir vertraut sind:“  Leidet der Partner schon unter dem Liebesentzug in der Partnerschaft / Ehe, so kommt nun noch das Leid mitansehen zu müssen, wie die eigenen Kinder auch mit Liebesentzug erzogen werde. Spätestens jetzt müssen Sie handelt!

Übrigens ein versteckter Liebesentzug kann auch in Belohnungsritualen stecken. Ein Beispiel: für eine 1 auf dem Zeugnis gibt es 5 Euro, für eine 2 gibt es 4 Euro, für eine 3 gibt es 1 Euro, für eine 4 auf dem Zeugnis gibt es nichts! Klingt doch vernünftig oder? Hier soll ein Anreiz geschaffen werden. Jedoch ist mit der Vergabe der Zeugnisnoten der Anreiz zu spät gesetzt.

Das Kind kann ja nicht mehr „besser“ werden. Stattdessen wird nun geurteilt. Die Zuwendung der Familie / Eltern wird in die Währung „Euro“ übersetzt und abgegolten.

Das Kind versteht, meine Leistungen in der Schule, haben eine direkte Korrelation mit der Zuwendung, die ich im Elternhaus erfahre. Natürlich ist das bedenklich, denn eigentlich wird die Zuwendung hier = Liebe, dem Kind zuteil, weil es einfach das Kind der Familie ist und weil es bedingungslos von allen geliebt wird und zwar zu jeder Zeit und gleichgültig wie die Noten auf dem Zeugnis aussehen.

Wenn wir nun in einer Beziehung mit Liebesentzug leben, sollten wir uns nicht damit abfinden und zügig Hilfe kontaktieren. Die Personen, die im System sind (Familie, Ehe, Freundeskreis…) können sich nicht einfach selbst befreien.

Es bedarf einen erfahrenen Therapeuten, der von außen das System mit all seinen Subsystemen untersucht und der dann die entscheidenden Hilfestellungen geben kann.

Zögern Sie nicht und lassen Sie sich beraten. Es gibt praktisch immer einen Ausweg.

Rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir eine Mail und vereinbaren Sie einen Beratungstermin mit mir. Ich helfe Ihnen gerne.

Ihr Georg Krause