Sexualtherapie Internetsexualität

Sexualberatung in der Praxis für Ehe- und Paarberatung

Sexualberatung in der Praxis für Ehe- und Paarberatung

Die Sexualberatung ist heute eines der häufigsten Anliegen, die in einer Praxis für Eheberatung / Paarberatung thematisiert wird. Auch wenn das Paar nicht direkt ihre sexuellen Probleme anspricht, so ist oft das Thema, Sexualität relevant. Wenn zum Beispiel die Sexualität als Paar nicht mehr ausgelebt wird oder die Art und Weise der Sexualität als nicht befriedigend erlebt wird. Erst durch gezieltes Nachfragen werden die Probleme offenbart.

Ärztliche Abklärung von Krankheiten

Vor dem Beginn einer eingehenden sexuellen Beratung, sollte geklärt werden, ob es sich um mögliche  Grunderkrankungen handelt, die zuvor fachärztlich abgeklärt werden sollten. Hier wäre die Gynäkologie für die Frau, bzw. Andrologie für den Mann anzuraten. Möglicherweise können aber auch Erkrankungen des Stoffwechselhaushaltes (Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen u.a.) eine ärztliche Diagnose und Therapie, möglicherweise auch parallel zur sexuellen Beratung einhergehend, notwendig machen. Liegt eine akute psychiatrische Erkrankung vor, verbietet sich eine Beratung ohnehin. 

Sind diese Punkte abgeklärt, steht einer sexuellen Beratung nichts mehr im Wege. 

Sexuelle Unlust ein Problem der heutigen Zeit?

Eines der häufigsten Probleme heute, ist die sexuelle Unlust. Es kommt nicht mehr oder nur noch selten zur Sexualität des Paares. Ein häufig genannter Grund ist die Überforderung im Job und Karriere, aber auch in der Haushalsführung und Kindererziehung. 

Wer todmüde in die Kissen fällt, hat keine Lust mehr auf aufregenden Sex! Ein weiterer Grund für eine Sexualberatung ist der stetig steigende Internet, PC und Sozialmedien Konsum. Allgemein verbringen viele Paare zu viel Zeit in ihrer Freizeit vor dem Bildschirm. Hier werden Spiele gespielt, Unterhaltung angeschaut, aber auch mit Freunden oder der Familie stundenlang gechattet. 

Internetsexualität – Fluch oder Segen?

Eine besondere Variante stellt die Internetsexualität dar. Viele User verlieren sich in den ständig abrufbaren Angeboten von pornographischen Seiten. Nicht nur, dass das Angebot 24 Stunden 365 Tage im Jahr aktuell gehalten wird, es ist auch etwas für jeden Geschmack dabei. Heute sind viele User nach Pornoseiten süchtig, nach dem ständigen Kick, den immer neuere Seiten „versprechen“. Neben dem Konsum von Pornographie bietet die virtuelle Welt auch sexuelle Kontakte an.  In der Sexualberatung wird häufig über virtuelle Praktiken besprochen, die die Nutzer per „Cam to Cam“ miteinander erleben. Dabei sehen und hören sich die Teilnehmer am Bildschirm, in Echtzeit. Sexuelle Phantasien können so mitgeteilt und auch erlebt werden. Voyeurismus und Exhibitionismus vorausgesetzt, zeigen sich die Partner die intimsten Wünsche und Sehnsüchte. Spezielle Anbieter stellen die Plattformen dafür zur Verfügung. Auch hier gibt es professionelle Dienstleister, die eine Plattform, und die anbietenden Frauen (und auch Männer) zur Verfügung stellen. Die „Profis“ die für Geld ihre Dienste vor der Kamera anbieten, sitzen bequem Zuhause auf dem Sofa und logen sich immer dann ein, wenn sie Zeit dafür haben. 

Risiken für Ehe und Partnerschaft

Viele Männer sind Dauernutzer solcher Plattformen. Die Preise für diese Dienstleistungen übersteigen häufig die Kosten für reale Dienstleistungen in der Prostitution. 

Zu erwähnen seien noch die Dating Seiten, die helfen reale Treffen zu organisieren. Unter dem Begriff Casual Dating treffen sich Menschen, die bei Sympathie und geographischer Nähe zum anderen zu einem Seitensprung (Sexualität) bereit sind. 

Oft kommen solche Gepflogenheiten, wie auch die „Cam to Cam“ Nutzung, durch einen Zufall heraus. Die Partnerin hat den Chatverlauf oder die Kreditkartenrechnung oder den Verlauf im PC gelesen und ist bestürzt und gekränkt. Völlig Ratlos sitzen die Betrogenen Frauen aber auch Männer dann in meiner Sprechstunde zur Sexualberatung. 

Internetsexualitaet

Viele Therapeuten sind mit den modernen Formen der Internetsexualität oft überfordert

Da es sich um ein recht neues Gebiet der Paarberatung bzw. Sexualberatung handelt, stoßen viele Ratsuchende auf unerfahrene Berater bzw. Therapeuten. Das Phänomen, die eigene Sexualität nicht oder nicht nur real (mit dem eigenen Partner) auszuleben, sondern mit virtuellen Sexpartner zu erleben stellt für viele Nutzer eine enorme Bereicherung dar. Im Schutze der Anonymität des Internets kann man schnell und einfach Menschen finden, die auch bereit sind, einen Teil ihrer Intimität, für eine gewisse Zeit mit fremden Menschen im Netz zu teilen.

Kein Unrechtsempfinden gegenüber der Partnerin?

In meiner Sexualberatung habe ich Erklärungen gehört von: „ich betrüge ja nicht wirklich meine Frau, über es ist ein liebgewordener Zeitvertreib auf Geschäftsreisen geworden, bis hin zu ich kann meine sexuellen Phantasien und Vorlieben auslesen im Netz. Das könnte ich mit meiner Partnerin nicht tun.“

Der (vorerst) letzte Schrei in der Internetsexualität?

Der letzte Schrei sind Sexdolls, (Sexpuppen). Einer echten Frau nachgebildet, werden diese Puppen von Dienstleistern im Netz angeboten. Zum Lieferumfang zählt die Anlieferung, Reinigung und Desinfektion der Puppe und natürlich deren Abtransport.

Es bleibt spannend, was wird die Zukunft bringen? Wichtig ist dabei für den Klienten zu schauen, habe ich einen Leidensdruck, wenn ich diese Arten der elektronischen Sexualität nutzte?

Des Weiteren stellt sich die Frage, ob und in wie weit sich die sozialen Beziehungen (Ehe und Partnerschaft), aber auch der Job bzw. der Freundeskreis darunter leiden.

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