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Die Folgen von Drogen und Alkohol in der Beziehung bzw. in der Ehe

Zu jedem Erstgespräch in der Paartherapie, gehört auch die Frage nach dem Drogen- und Alkohol-Konsum.

Nicht selten wird von den Partnern ein regelmäßiger oder auch ein exzessiver Konsum von Drogen jedweder Art berichtet. Viele Menschen konsumieren Kokain, Amphetamine, Speed, synthetisch hergestellt Drogen, Crystal Methamphetaminekurz Crystal Meth, aber auch Marihuana, Gras bzw. Haschisch und natürlich auch Alkohol.

Für viele gehört das Kiffen (rauchen von Cannabis-Produkten), zum regelmäßigen „Feierabend-ritual“. Um runter zu kommen, vom Stress, von den Sorgen und vom Alltag.

Viele Paare berichten, wir kiffen öfters gemeinsam oder wir kiffen nur auf Partys. Viele Konsumenten glauben, sie würden im Zustand der Drogeneinnahme eine gewisse Hypersensibilität verspüren. Ihre Sinne seien einfach sensibler für Stimmungen und für Reize, die ohne die Droge als nicht so stark oder so bereichernd empfunden.

Vielfach herrscht die Auffassung, Sex sei nach dem Kiffen einfach geiler…

Kritiker erklären jedoch, dass bei regelmäßigen Konsum von Cannabis die Hirnleistungen nachlassen. Kurzum die Frage: „macht kiffen dumm?“

Kiffen, also das Rauchen von Cannabis-Produkten, zeigt eine spontane Wirkung auf das Gehirn. Das ist wohl unumstritten. Langfristig eingenommen, zeigt Cannabis erhebliche Abhängigkeits-Folgen. Es macht süchtig. Auch auf die Gefahr hin, dass es von Konsumenten wieder einmal bestritten wird.

Wird es geraucht, kommt noch die Wirkung des Nikotins hinzu. Menschen, die Haschisch oder Ähnliches rauchen, werden nicht so schnell das Rauchen aufgeben können. Sie müssten gleich zwei Substanzen, die psychogen wirken, aufgeben!

Auf die kognitiven Leistungen hat Cannabis ebenfalls eine negative Wirkung. In Studien konnte gezeigt werden, dass der Genuss von Cannabis speziell das Gehirn von Kindern und Jugendlichen schädigt. Das Gehirn erlebt in der Lebensphase zwischen dem 15 und 17 Lebensjahr eine besondere Entwicklungsphase durch. Viele Synapsen werden nun intensiv „verschaltet“.

Neue Gefühlsqualitäten und die Entwicklungen des Gehirns allgemein (Impulskontrolle, Selbstregulation, Frustrationstoleranz…] werden ausgebildet. Eine Droge wie Cannabis stört diese Entwicklung in erheblicher Weise. In vielen Studien konnte zudem gezeigt werden, dass die Leistungen des Gehirns auch im Erwachsenenalter stagnieren. Wer regelmäßig oder in hohen Dosen Cannabis-Produkte konsumiert, riskiert einen Teil seiner kognitiven Fähigkeiten zu verlieren.

Die Aussage Kiffen mache dumm, stimmt somit. Wer an einer Sucht, gleichgültig welcher Art, leidet, sollte sich vertrauensvoll an einen Arzt oder Ärztin wenden. Auch Selbsthilfegruppen und Psychologische Beratungsstellen können eine erste gute Anlaufstelle sein. Über die Diagnose und die Therapie sollte nur ein Facharzt / Fachärztin befinden, denn nur die sind in der Lage, die Gefahr für die Betroffenen richtig einzuschätzen.

Kiffen in der Schwangerschaft ist genauso negativ zu bewerten, wie der Genuss von Alkohol in der Schwangerschaft. Der Fötus im Mutterleib, bekommt über seine Plazenta alle wichtigen Stoffe für sein Wachstum von der Mutter, aber auch die Giftstoffe können ungefiltert, wenn die Mutter Drogen konsumiert, in den Körper des Kindes gelangen.

Der kindliche Körper, speziell das Gehirn ist in einem äußerst sensiblen Lebensabschnitt. Viele Nervenzellen sind noch nicht miteinander durch Synapsen verbunden. Die Zellen, die später die Neurotransmitter produzieren sind noch nicht alle am Start. Viele Sinneszellen (Gehör, Sehnerv, der Geruchssinn und viele andere Sinnesleistungen sind noch nicht konsequent mit den Hirnarealen verbunden. Das Gehirn ist ja im Begriff zu wachsen und dass ist nicht nur mit einem Größenwachstum getan.

Wir erinnern uns noch an Contergan, ein Schmerzmittel, welches in den 50 Jahren von schwangeren Frauen eingenommen, zu schweren Missbildungen an den Gliedmaßen ihrer ungeboren Kinder  führte. Im Tierversuch wurden diese Missbildungen nicht an den Babys der Muttertiere beobachtet. Ein Schmerzmittel war also Schuld daran, dass sich Gliedmaßen im Mutterleib nicht richtig entwickeln konnten.

Wir wissen heute, dass sich Alkohol in der Schwangerschaft extrem schädlich auf die Entwicklung der ungeborenen Kinder auswirkt.

Das FASD – Syndrom = Fetale Alkoholspektrumstörung ist eine zu 100 % vermeidbare Störung von Kindern. Trinkt die Mutter nicht während der Schwangerschaft entsteht auch kein FASD – Syndrom! Auch während der Stillzeit sind Alkohol und Drogen absolut tabu. Schließlich wird der Säugling die Giftstoffe mit der Muttermilch aufnehmen. Diese lagern sich im Körper des Kindes ein und schädigen dann die Entwicklung des Gehirns und andere Organe Systeme irreversibel.

Auch für den Vater bedeutet der Konsum von Alkohol und Drogen ein erhöhtes Risiko, ein Kind mit einer Behinderung zu zeugen. Die Spermien können durch den Konsum von Alkohol und Drogen unfruchtbar werden oder das Erbgut in den Spermien wird nachhaltig geschädigt. Die Spermien sind dann zwar zeugungsfähig, beinhalten jedoch genetische Defekte in ihren Erbanlagen.

Ausgehend von der Frage: Macht kiffen dumm? Können wir sicherlich bestätigen, dass Studium und Berufsausbildungen sich negativ beeindrucken lassen. Vielleicht steht der Konsum dieser Noxen auch in einem direkten Zusammenhang mit Studienabbrechern an den Hochschulen und Leistungsverweigerungen in der Schulen bzw. in der Berufsausbildungen.

Droht durch den Konsum von neurogenen Noxen auch ein Auto- Fahrverbot, erfahren viele langjährige Kiffer, wie schwierig es sein kann, wieder die Fahrerlaubnis zu bekommen. Die MPU-Überprüfung wird zu einer kaum überwindbaren Hürde. Experten sehen eine Korrelation zwischen der Dauer, der Menge des Konsums und der Häufigkeit der Prüfungsversuche bzw. der nichtbestandenen Überprüfungen.

In der Paarberatung nimmt der Alkohol und Drogenkonsum eine besondere Stellung ein, da Wesensveränderungen mit den Noxen einhergehen. Eine Paartherapie alleine hilft hier nicht weiter.
Der betroffene Partner muss sich parallel in fachärztliche Behandlung begeben, um seine Abhängigkeit therapieren

Sollten Sie Fragen zum Thema haben, rufen Sie mich bitte an oder schreiben Sie mir eine Mail. Ich melde mich umgehend bei Ihnen.

Ihr Georg Krause

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