Erfahrungen & Bewertungen zu Lebenskonzepte Köln

Wie spreche ich in der aktuellen Corona Krise mit meinen Eltern über meine Sorgen ohne sie zu beleidigen oder zu bevormunden?

Diese und weitere Fragen werde ich heute Abend im Deutschlandradio beantworten.

Anlässlich der Corona Krise sind solche Gespräche, auch mit den Eltern notwendig geworden.

„Mama bleib zu Hause, das ist zu gefährlich für dich im Moment. Ist kein guter Einstieg für ein so sensibles Thema. Ich möchte in diesem Beispiel meine Sorge über die Gefährdung meiner Mutter durch eine mögliche Infektion zum Ausdruck bringen. Leider verwende ich eine „Du“ Botschaft, gefolgt von einer Belehrung. Die Mutter wird sich schnell beleidigt fühlen. Außerdem vertausche ich die vielleicht noch existierenden Rollen von Eltern zu ihren Kindern, indem ich eine Belehrung ausspreche.

Das geht schief, denn gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Besser ist die „ich bleibe bei mir“ Formulierung. Ich spreche also über meine Gefühle. In diesem Fall über negative Gefühle, wie Angst, Furcht, das Gefühl der Ohnmacht, der Überforderung etc.

Genauer gesagt: „Mama, ich mach mir Sorgen um dich. Für junge Menschen soll diese Krankheit nicht so gefährlich sein. Was meinst Du dazu?“

In diesem Beispiel bleibe ich bei mir: ich nutze die „ich“ Botschaft. Dabei drücke Ich meine Gefühle aus. Ich stelle zudem eine Frage an die Mutter. „Was meinst du dazu?“

Dadurch stelle ich die Kompetenz der Mutter nicht in Frage, sondern versehe Sie mit der Rolle, der Rat gebenden Gesprächspartnerin.
Getreu dem Motto: Wer Fragen stellt, führt durch das Gespräch.

Einkäufe werden von den Jüngeren für die Senioren erledigt und vor die Wohnungstüre gestellt. Durch ein parallel geführtes Telefonat klären wir die Lieferung und das Finanzielle ab. Der Effekt ist eine Art Schleuse, die unsere Lieben vor einer möglichen Infektion schützen werden.

Wir müssen auf einen persönlichen Kontakt für ca. 2. Wochen verzichten. Danach können wir, voraussichtlich wieder uns ungetrübt sehen. Jetzt müssen wir jedoch Verzicht üben, um die Gesundheit von Kranken und Senioren nicht zu gefährden. Alternativ telefonieren oder skypen wird oft und gerne miteinander.

Eltern mögen es nicht sonderlich, wenn die Rollen von Erziehungsberechtigten und zu Erziehenden vertauscht werden. Das Rollenverständnis existiert seit unserer Geburt so und kann nicht auf einmal ausgetauscht werden. Dafür sollten wir Verständnis aufbringen und uns entsprechend verhalten.

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